Leon Garcias - Frankfurt
Man kann tatsächlich in Frankfurt lecker speisen, umgeben von erträglichen Menschen, bedient von gutgelauntem, humorvollem Personal. Dazu muss man einfach ins "Leon Garcias" gehen.
Das Restaurant ist gemütlich dunkel und wird hauptsächlich von den auf den Tisch stehenden Kerzen beleuchtet. Wie es sich für eine Tapas Bar gehört, gibt es einen gemütlichen Tresen, der groß genug ist, dass man auch dort sitzend speisen kann; der Sitzbereich fasst etwa 15 Tische und ist ebenfalls heimelig. Die Speisekarte hält zwei Seiten warme Tapas, eine Seite kalte Tapas und je eine Seite Fleisch- und Fischgerichte bereit.
Trotz Buchmesse bekamen wir noch einen freien Platz und probierten zunächst die eingelegten Oliven, zu denen es frisches Brot und eine vor Ort handgeprügelte, mit Joghurt verfeinerte Aioli gab. Perfekt. Sodann standen auf dem Tisch:
- Eine große, unfassbar zarte Putenbrust, mit Manchego-Käse und Serranoschinken überbacken
- Hähnchenspieße in Sherrysauce, das Fleisch außen leicht knusprig, innen wiederum völlig zart
- Sautierter Spinat mit Rosinen, Sonnenblumenkernen und Zwiebeln, mit Sherry abgelöscht.
Dazu trank man trotz der umfangreichen und guten Weinkarte eine hohe Menge bestens gezapfter und temperierter Bitburgerbiere. Parallel zum Rezensenten und seiner Begleitung wurden auch die Kellnerinnen immer fröhlicher.
Ein ordentlich eingeschenkter Cognacschwenker biblischen Ausmaßes mit dem duftig zarten Lepanto-Brandy bildete einen zauberhaften Abschluss. Und dann wagten wir noch eine Crema Catalan, die 1a) auf dem Teller stand und sich mit dem sparsam eingesetzten Karamellsirup aufs vorzüglichste vereinte.
Alle Speisen waren as frisch as possible. Obwohl der Laden gut gefüllt war, musste man nicht lange warten, und man verließ das Restaurant ebenso angeschickert wie bezaubert. Schön.
Leon Garcias
Kantstr. 25
60316 Frankfurt am Main
(direkt an der U4 Merianplatz)
(069) 490 835 88
www.leon-garcias.de
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jochenausberlin, 21. Oktober 2005, 17:32
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Orfeo's Erben
In den zwanziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts befand sich in dem Gebäude eine Letternfabrik für den Buch- und Zeitungssatz. Eine dezente Kargheit des Interieurs erinnert an diesen industriellen Hintergrund. Säulen und ungestrichene Wände tragen ein Kuppelgewölbe aus Beton. Gelbliches Licht der Deckenstrahler lässt das Grau warm und weich erscheinen. Die eine Wand ziert ein Vorsatz aus naturbelassen Stein, gelb und grau. Zur Straße öffnen zwei große Bogenfenster den Raum. Man erkennt im abendlichen Restlicht das dunkle Grün der Kastanien, die die Straße zur Allee machen. Hier, im Hochparterre, ist die Stadt weit weg.
Eine Seite des Raumes wird abgeschlossen durch eine lange, rotgepolsterte Sofareihe. Davor schlichte, robuste Zweiertische. Im Raum weitere Holztische, locker gestaffelt, nüchtern, sachlich, umgeben von Stühlen mit Stahlgestell und roten Sitzen und Lehnen. Schwere, alte Kerzenleuchter auf den Tischen. Diese teils eingedeckt mit Besteck und Leinenservietten. Durch der Durchreiche sieht man die Küche. Und diese Küche ist gut.
Die Speisekarte, ein Klemmbrett mit losen Blättern, bietet solide Kost mit einer Spur Exotik und Ambition, ohne in Exaltiertheit zu verfallen. Bei einem hier servierten Lammrücken kann man zum Rosmarinjus-Junkie werden. Oder die Pastagerichte, die schwarzen Bandnudeln mit Fisch. Einige Salate, einige Fischgerichte, die Auswahl ist nicht groß, aber ausreichend für den kleinen Appetit oder ein komplettes Menü. Dazu eine sehr ausführliche Weinkarte und Personal, dass diese auch kennt und bei der Auswahl behilflich ist.
Neben Restaurant, Bistro, Bar befindet man sich hier auch in einem Kino. Die drei Stufen herauf, über dunkelbraunes Industrieparkett vorbei an der Bar findet sich links die Tür zum kleinen Programmkino. Nur wenige Reihen, ausgestattet mit ausrangierten First Class-Flugzeugsesseln, mit verstellbarer Rückenlehne, ausklappbarem Tisch und ausziehbarer Fußstütze. Der Stoffbezug im ornamentalen Dekor lässt eine arabische Airline vermuten.
Auf Einlass wartet man auf Barstühlen, matt-silbernes Gestell und rotes Sitzpolster im Barbereich oder auf den Loungehockern im anschließenden Teil, kleine Gruppen mit Tischchen, die sich in die Fensterhöhlen einfügen. Oder man verzichtet auf den Film und beobachtet Gäste und Besucher. Das Publikum reicht vom Filmfreak über Werber aus den benachbarten Agenturen bis zum Finanzmenschen, von schlabbriger Jeans zu strengem Nadelstreifen, von Sneakern bis zu Budapestern.
Das Orfeos – hier unterschlage ich mal das falsche Apostroph aus Orfeo's Erben –, sich selbst als Kino & Kantine klassifizierend, ist ein urbaner, vielfältiger Ort, der Urbanität nicht herausschreit, sondern mit selbstverständlicher Akzeptanz einfach hat.
Orfeo's Erben
Hamburger Allee 45
60486 Frankfurt am Main
Tel.: 069/70769100
P.S.: An Wochenenden und zu Messezeiten empfiehlt sich zum Essen die Reservierung.
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ak, 29. August 2004, 13:28
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Sattwerden trotz Rezession
Vielleicht haben manche von Euch das Problem ja nicht. Ich zumindest habe in meinem Bekanntenkreis eine Menge Bafögberechtigte und Arbeitslosengeld-Empfänger, und da hat man ja immer so ein latent schlechtes Gewissen, wenn man mit den Leuten essengeht. Man will ja doch nicht immer selbst kochen. Ist auch schön, aber die wenigsten Bafögberechtigten und Arbeitslosengeld-Empfänger verfügen über Spülmaschinen. Und man will ja auch mal raus aus den vier Wänden.
Jedesmal angesichts des rechnungbereithaltenden Kellners betont beiläufig "lass mal stecken" zu sagen wirkt auf Dauer auch gönnerhaft. Und beim Dönermann kommt einfach nicht so recht die Stimmung auf. Bleibt nur eins: Gute günstige Gastronomie muß her, und zwar dringend.
Da bietet sich das "Das Leben ist schön" an. Mitten im Osten, auf der Hanauer, nach der Romanfabrik zwei Häuser weiter. Und trotzdem mit Draußensitzmöglichkeit hinterm Haus, auf Holzbänken, klar. Drinnen hohes Altbaugewölbe, klassischer alter Gastronomieraum, von oben bis unten mit Bildern, Fotos, Zeugs vollgepflastert. Einfache, schöne Holztische zum dran-bequem-machen.
Die Karte ist ähnlich solide: Pizzakarte für die ganz hungrigen (die Einfachversion in Wagenradgröße mit Tomate & Mozzarella für 3,50), Pasta ab ca. 6 Euro. Ich hatte gegrillte Sepias mit Rucolahaufen in der Mitte, die nicht billig-gummimäßig daherkamen, sondern schön frisch und in genau richtiger Konsistenz (11 Euro) - von der fischverachtenden Begleitung mal wieder naserümpfend beäugt. Die aß derweil ihre Crespelle mit Spinat-Ricottafüllung, nicht grade eine Riesenportion, dafür kann man sich hier aber auch locker die Vorspeise leisten.
Die Auswahl ist nicht sonderlich umfangreich, aber eine wechselnde Wochenkarte sorgt für Vielfalt beim Stammgast. Fisch, Fleisch, vegetarisch - für jeden ist was dabei. Hinterher Espresso für einen Euro. Wo bekommt man heute noch was für einen Euro? Eben.
Das schätzen auch die Partymenschen, die dort vorm Feiern noch für eine solide Basis sorgen wollen und ab neun in Scharen einfallen. Da können dann schon mal Wartezeiten von einer Dreiviertelstunde entstehen - Abendesser sollten deshalb möglichst schon etwas früher terminieren, da geht's noch flott voran.
Fazit: Einfach, nett, günstig. Und Essen wie bei Nonna.
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Das Leben ist schön
Hanauer Landstraße 198
60314 Frankfurt
Telefon: 069 - 43 05 78 70
(
mehr)
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andreaffm, 20. August 2004, 12:21
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