[Koeln: Food]

Kyo

Japanisch Essen ist so sehr mit Sushi verbunden wie russisches mit Bleni und Borscht. Dabei sollte man wirklich mal ein solches Restaurant besuchen, um sich nicht von dieser einseitigen Sichtweise blenden zu lassen.

Sushi gibt es im Kyo natürlich auch, und zwar sehr gutes. Aber wer die Röllchen nicht möchte, muss sie hier nicht essen (manche Menschen reagieren ja merkwürdig, wenn man "Japaner" sagt und glauben, man würde dort festgekettet und mit rohem Fisch zwangernährt - selbst wenn es dort nur Sushi gäbe, hätte ich immer noch die Freiheit zu gehen! Das gilt auch für die Atmosphäre und die Preise!) - im Kyo ist die Auswahl auch für Freunde von Gekochten und Gebratenem ausgezeichnet (ich empfehle als Vorspeise den Spinat mit Sesam).

Auch die bei anderen Asiaten tonnenweise aufgefahrenen Reisberge, Frühlingsrollen und Süßsauerseen sucht man hier vergeblich. Das Essen wird ohne Sättigungsbeilage serviert, und auch nur so entfaltet es seinen ganzen Geschmack, wie beispielsweise der Lachs oder das Rindfleisch. Für jeden etwas bietet das "Sukiyaki", das am Tisch zubereitet wird.

Kyo
Brüsseler Straße 12
50674 Köln (Innenstadt)
Tel: 0221/2404664
Preise: €€€

PS: Der Laden musste gut sein, denn während unseres Aufenthalts kam Hella von Sinnen, um dort zu essen.
---
TJungbluth, 31. Oktober 2007, 10:11
link (2 comments)  ... Ihr kommentar  


Δ

[Koeln: Food]

DoReMi



In einem häßlichen Sechziger-Jahre-Gebäude mit gekachelter Fassade, direkt gegenüber der Musikhochschule, befindet sich ein kleiner Asia-Kiosk mit dem schauerlichen Namen DoReMi. Dort gibt es nicht nur ein paar asiatische Lebensmittel, wie zum Beispiel Rote-Bohnen-Eis, sondern auch von der (möglicherweise koreanischen) Besitzerin selbst zubereitete warme Mahlzeiten, die von Musikstudenten und Leuten wie mir, die schon immer die größte Bewunderung für Musikstudenten und asiatische Küche empfunden haben, eingenommen werden. Die Gerichte sind (für mich) undefinierbar asiatisch, weder chinesisch, noch indisch, noch thailändisch, möglicherweise also koreanisch. Mir kommt es immer wie panasiatische Hausmannskost vor. Die resolute Wirtin ist keine Freundin des Smalltalks und der zögerlichen Bestellung, weshalb man sich auch nicht traut, ein Woher kommen Sie eigentlich?-Gespräch anzufangen. Wer nach dreißig Sekunden noch nichts bestellt hat, bekommt automatisch Suppe (heute z.B. Rindssuppe mit Rettich), eine Schüssel Reis sowie einen kleinen chiligeschärften Salat auf das Plastiktablett gestellt. Für Schnellbesteller gibt es aber auch Huhn oder Tofu mit Gemüse und Reis. Sushi schmeckt woanders besser. Die Portionen sind studentisch groß und studentisch preiswert. Wer glaubt, dass es für die Qualität und Authentiziät der Küche spricht, wenn immer ganz viele asiatische Musikstudenten mit Cellokoffern dort zu Mittag essen, soll das jetzt bitte glauben. Im Schaufenster steht eine blaue Kaffeemaschine, aus der sich asiatische, amerikanische und westfälische Musikstudenten die ganze Zeit Kaffee in Plastikbecher schütten. Ist wahrscheinlich kostenlos, aber ich habe mich noch nicht getraut zu fragen.

DoReMi
Unter Krahnenbäumen 68
50668 Köln
U-Bahn: Breslauer Platz
Kategorie: €
---
smal, 12. Oktober 2004, 00:26
link (3 comments)  ... Ihr kommentar  


Δ