[Muenchen: Facilities]

Gutfeeling Recordstore - Freunde selbstgemachter Unterhaltung

Der XS-Laden ist schneller übersehen als gefunden, Espresso kostet legendäre 1 €.

Handverlesenes Angebot und jede Scheibe will man haben.
Reizende Website mit Musike und allerhand Pointern.


GUTFEELING RECORD STORE

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag, 13-20 Uhr

*located at reisinger/ecke maistr 80337 monaco:
*storefon:0049-89-51702483 storefax: 0049-89-51702482

* alle gutfeeling produkte/tonträger
* backupprogramme folgender labels:
trikont (münchen), echokammer (münchen), disko b (münchen), bodensatz (münchen), red can. rec.(münchen),
voodoo rhythm (swiss), little rec. (swiss), kitty yo (berlin),
hey rec. (berlin), kruzefix/agressive noise (münchen),
* produkte des club 2
* produkte aus dem hause payola/morr music/hausmusik
* erlesene second hand cds/lps
* cafegenuss

* postkarten des gutfeeling hausfotografen hagen keller

Sollte der Plattenhändler eures Vertrauens noch nie von uns gehört haben, dann macht ihn doch bitte auf seine
Wissenslücke aufmerksam. Gracie.

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sknecht, 12. Juni 2006, 09:57
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[Muenchen: Facilities]

Der Blumenstand am Sendlinger Tor


Fast jeden Samstag steht sie mit ihrem Stand am Sendlinger Tor, manchmal auch unter der Woche. Die kräftige Frau mit den langen dunklen Locken bietet keine gebundenen Sträuße an, sondern einfach nur die Blumen im Bund. Lilien und Rosen gibt es fast das ganze Jahr, vor Weihnachten Tannenkränze, derzeit Tulpen in allen Farben, Narzissen schon nicht mehr. Die Preise sind günstig; gegen (meist großzügig abgerundete) 15 Euro trage ich zwei Arme voll Blumen nach Hause. Zu jedem Kauf bekomme ich als Dreingabe ein wenig Blumenkunde in breitestem Bayerisch. Die Blumenfrau hat mir unter anderem beigebracht, dass man hartstielige Blumen (z.B. Rosen) möglichst tief ins Wasser stellt, weiche, fleischige Blumenstängel (z.B. Gerbera) hingegen in wenig Wasser. Dass man Knospen durch warmes Wasser schnell zum Erblühen bringt. Dass Tulpen in der Vase noch wachsen, was man beim Binden eines Straußes einkalkulieren muss. Die botanischen Namen sagt sie auch gerne noch dazu. Und sie mag es gar nicht, wenn man ihrer Fachkompetenz misstraut. Als sie mir für meine Strelizie ein Päckchen Blumen-Frisch-Pulver mitgab und ich nachhakte, ob das wirklich helfe, gingen ihre Augenbrauen hoch: „Sunst dad i’s Eana ja net ge’m.“

Einen kleiner Ratsch gehört ohnehin zu jedem Blumenkauf am Sendlinger Tor. Ich lasse mich darum beneiden, dass mein Bad ein großes Fenster hat, vor das ich hohe Blumen stellen kann. Oder sie erzählt mir, dass sie schon immer „ganz a Wuide“ war, im Gegensatz zur braven Schwester, und ihre Mutter sie als Kind scherzhaft glauben machte, die Zigeuner hätten sie gebracht.

Ein kurioses Detail kam heraus, als ich mich nicht so recht entscheiden konnte, ob ich duftende oder nicht-duftende Lilien nehmen sollte. Ich fragte sie, welche Sorte sie bevorzuge: „I? I konn dahoam gar koane Bluama ha’m, i bin allergisch.“ Als ich entgeistert sie und dann ihre Ware ansah, erklärte sie, dass sie deshalb ihren Beruf nur draußen ausüben könne, an einem Blumenstand im Freien.

Lisa Neun stellt sich die Standlfrau deshalb so vor:

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kaltmamsell, 24. April 2005, 17:26
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[Muenchen: Facilities]

Stoffe Bonacker

Da liegt sie, faul, rund und zufrieden. Das Bett ist warm, die Daunendecke weich, die Luft draussen eher kalt, aber das stört sie nicht, solange andere in der Küche das Frühstück zusammenstellen. Diese Anderen bist du, und du hast Scamorza, Tete de Moine, gefüllte Champignons, Trüffelkäse aus der Champagne im Angebot, und dazu frisches Brot, das du besorgt hast, als sie noch vor sich hindöste und was von binmüdelassmichnochschlafn brabbelte. Du bringst es ihr ans Bett, spiesst die Champignons mit der Vorlegegabel auf und schiebst sie ihr behutsam, einen nach dem anderen, zwischen die Lippen, dort, wo ihre zartrosa Zunge sie zerdrückt.

Eh, sagt sie misstrauisch, als der Trüffelkäse an der Reihe ist, was sind denn das für schwarze Krümel da im Käse. Tote Fliegen? Du sagst, es hat schon seine Richtigkeit, sie soll einfach mal probieren, und sie findet diese Geschmacksnote ein wenig komisch, aber gut, was dir zur Erkenntnis verhilft, dass auch Elitessen nicht zwingend über einen elitären Geschmack verfügen. Dann prustet sie los und findet all das total komisch, in einem Bett unter Stuck gestopft zu werden, meterweise antiquarische Bücher neben sich, und dann noch dieser obszöne Vorhang, sie kommt sich vor wie in einem 60er-Jahre-Film über das Leben am Hofe von Ludwig dem na den den sie damals geköpft haben, den wie hiess der nochmal?

Der XVI, Louis Seize, sagst du, und gibst ihr recht, denn zufällig hat sie tatsächlich den Stoff des Vorhangs richtig eingeordnet, den man vor dem Bett fallen lassen könnte, um ein Maximum an Intimität zu schaffen. Für genau diese Momente, für dieses Frühstück danach hast du den Soff besorgt und nähen lassen, und bist damals keine Kompromisse eingegangen. Trüffel verlangt nach feinem Porzellan, Frauen nach edlen Stoffen, um darunter das Lied ihrer Schönheit zu singen. Dafür gibt es viele Möglichkeiten, diesen Stoff zu kaufen, aber wenn schon der Einkauf orgiastisch sein soll, im Stile der Zeit, dann gibt es nur eine Adresse: Bonacker in der Reichenbachstrasse in München.



Denn dort werden die Stoffe in der Atmosphäre präsentiert, für die sie gemacht sind, und die sie später schaffen werden. Die roten Wände, die üppigen Kronleuchter und die verschnörkelten Möbel stellen gewissermassen den natürlichen Lebensraum der Stoffe dar, die man hier aus den besten Manufakturen Europas erwerben kann. Der Laden ist für sich genommen schon ein sinnlicher Genuss, man hat ständig das Gefühl, die weibliche Begleiterin in eine Ecke zerren zu müssen, um den Idealen der Zeit zu entsprechen, der hier immer noch in Seide, Kattun, Brokat und Samt gehuldigt wird.

Freilich gibt es nicht alles. Schlichte Bezugsstoffe der 20. Jahrhunderts wird man hier vergeblich suchen. Sobald etwas aber bunt, gestreift, verschlungen, arabesk oder a la chinoise sein soll, wenn man Schäferspielchen sucht oder Geigenmotive, ob es nun schwere, dunkelrot-barocke Granatäpfelmotive sein sollen, oder das zarte, dezente Gelb des Biedermeier, was immer man aus vergangenen Epochen des Prunks und des Luxus braucht, wird man hier bei Bonacker finden. Das Personal versteht sein Handwerk, hilft bei Farben und Material, erklärt die Vorzüge und Besonderheiten kompetent. Wer Fades, Zurückhaltendes, Monochromes oder Sparsames will, ist hier falsch, kann sich aber vom Gegenteil überzeugen lassen. Der Service ist ein wenig, wie es vielleicht in der Zeit gewesen sein muss, als Watteaus gepuderte Luxusgeschöpfe auf die Schokolade warteten, einer Zeit also, die amoralisch, dekadent und gleichzeitig feinsinnig war, so dass die Vorliebe der Protagonisten für diesen Luxus ebenso verstehen kann wie das Abschlagen ihrer Köpfe, und man sollte vielleicht als Busse, wenn man sich denn die Vorhänge aus rotem Kattun nähen lässt, darunter den nacken Frauen aus Voltaires philosophischem Wörterbuch vorlesen, wenn die beim Frühstück so süsslich-verdorben dreinschauen.

Oder - vielleicht doch Hic&Hec von Mirabeau. Auch das ist Aufklärung.

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Bonacker
Reichenbachstrasse 17
80469 München
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don alphonso, 10. Februar 2005, 00:53
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[Muenchen: Facilities]

Mucom

Laden Sendlinger Strasse

Kleidung einzukaufen, finde ich langweilig bis unangenehm, deswegen drücke ich mich davor. Und doch kam ich vom gestrigen Kleidungskauf fröhlich und beflügelt nach Hause.

Ein Bekleidungsdesigner, der die Frauen wirklich versteht, ist selten. Wie sie Frauen anfixen, wissen sie alle: Sie stecken atemberaubende Idealfrauen in ihre Klamotten und halten den Kundinnen die Bilder vor die Nase. Die Frauen fallen darauf rein und wollen die Kleidungsstücke haben. Und dann stehen sie in der Umkleidekabine, schlüpfen in das umwerfende Teil – und versuchen sich verzweifelt daran zu erinnern, wie gut es aussehen kann.

Dicke Frauen haben es da leichter und schwerer. Zum einen machen wir uns gar nicht erst die Illusion, dass die Ware auf den Laufstegen irgend etwas mit uns zu tun haben könnte – selbst wenn wir das Geld dafür haben. EscadaPradaD&Gkookai-LaurenArmaniJilSanderStrenesseGucciDonnaKaran-GaultierVersace etc. schneidern höchstens bis Größe 42 – und kalkulieren selbst da meist nicht ein, dass eine Größe-42-Frau anders proportioniert ist als das Model für das 36-er Original. Wenn jemand sich wundert, dass ich bereits mich (Größe 46) als dick bezeichne: Diese magische 42-Grenze suggeriert es. Doch das bedeutet, dass wir Dicken erst mal Alternativen finden müssen.

Kleidungskauf, der meine Laune verbessert, statt mich mit gesenktem Kopf heim zu schicken, gibt es, seit ich letztes Jahr Mucom entdeckt habe. Ein Münchener Designer und Schneider mit lediglich zwei Läden, einer davon gleich um die Ecke von meiner Wohnung. Bislang bin ich noch auf jedes Teil, das ich von dort habe, regelmäßig mit Komplimenten angesprochen worden. Mucom macht Königinnen - kein „Kaschieren“, „Überspielen“, „das-ist-nur-mein-Übergangskörper-bis-ich-endlich-die-Diät-durchhalte“.

Es sind vor allem die Jacken, die den Mucom-Zauber bewirken: Noch nie gesehene Stoffe in großartigen Schnitten kommen jede Saison in mehreren Kollektions-Wellen in die beiden Läden. Monster-Bouclé, verwobene Geschenkbänder, der Bezug von Omas Sofa, das Ergebnis einer Filzaktion im nächstgelegenen Kindergarten – die Jacken beflügeln meine Phantasie. Als Verschlüsse dienen Riesenknöpfe, raffinierte Riegel, Knoten in Schlaufen. Das Demokratische daran: Die meisten Jacken schauen auch an schlanken Frauen gut aus.

Schlauchröcke, farblich passende Oberteile und bequeme Hosen bietet Mucom auch an. Sie sind unauffällig genug, um nicht mit den Jacken-Stars zu konkurrieren (na ja, das hole ich mir dann doch eher in der Dicken-Ecke von H&M).

Die meisten Jacken kosten um die 200 Euro, Hosen und Röcke um 100 Euro, passenden Modeschmuck gibt es auch.

Mucom rot

Jetzt muss es nur noch kalt genug werden, damit ich die neue Jacke ausführen kann.

mucom
Sendlinger Straße 45
80331 München
Tel. 089 / 23 07 76 42
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kaltmamsell, 3. Oktober 2004, 13:40
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[Muenchen: Facilities]

Verein für volkstümliches Schwimmen, Wörthsee



Es gibt drei Anzeichen dafür, dass Du wirklich in Bayern angekommen bist. Erstens: das Bierseidelfach im Kloster Andechs. Zweitens: der Bootsliegeplatz am Starnberger See. Drittens: der Zugang zu unserem Privatstrand am Wörthsee.

Nr. 1 und Nr. 2 sind für zugezogene Sterbliche innerhalb einer Generation kaum zu erreichen, und, seien wir ehrlich, so erstrebenswert wie ein Platz in der VIP-Lounge des FC Bayern. Zwei Jahre meines Lebens habe ich deshalb darauf verwendet, Nr. 3 zu erringen. An diesem Ort erfahre ich in Stunden jene Läuterung, die sich sonst nach vier Wochen Patagonien einstellt.

Der Strand liegt gleich neben diesem Restaurant direkt am Wasser, in dem, beschirmt von Kastanien, effektive serbische Saisonkräfte Schnitzel, Schweinsbraten und Bierkrüge auf Deine karierte Tischdecke bugsieren. So sind wir auf unseren Strand aufmerksam geworden: Wie schön es wäre, nach dem Essen dort drüben über die stets ein wenig verlassen wirkende Wiese zu schreiten; vorbei an den Rentnern, die hie und da im Schatten lagern, ihnen das Kind anvertrauend; unter den hohen, mehr als hundert Jahre alten Bäumen den langen Holzsteg hinauszuschreiten; den bleichen Leib langsam in den Wörthsee gleiten zu lassen, unter den Augen der Autorin von Groschenromanen, die wie immer auf dem Steg lagert und die aktuelle Temperatur kennt: "Heute nur 22.5!"; mit ein paar Zügen hinauszuschwimmen, den Blick abzuwenden vom gegenüberliegenden Ufer, wo Menschenleiber den Strand als sandfarbene Fläche erscheinen lassen; den Blick zurück zu richten an unser Ufer, wo links ein paar Segelboote ankern und rechts das Haus mit der Glasfassade steht: In diesem Moment könnte sich jene Läuterung einstellen, die sonst vier Wochen Patagonien braucht. "Sind Sie Mitglied?", fragt ein Herr um die 60 mit Gickerlhaut, unbekleidet bis auf eine blaue Badehose, als ich das Gelände zum ersten Mal betrete. Ich verneine.

Mein zweiter Versuch, Monate später, kaum gewitzter: Wem denn der Stand gehöre, aha, einem Schwimmverein, ob man da Mitglied werden könne. Das sei schwierig, meint derselbe Herr wie neulich, "das wollen viele". Ob es eine Website gebe? Das wisse er nicht, sagt der Herr. Zu Hause: Recherchen. Der VfvS e.V., den das Schild am Eingang als Pächter ausweist, ist wahrscheinlich der "Verein für volkstümliches Schwimmen e.V.". Klingt nach Turnvater Jahn oder Schlimmerem. Herbsteinbruch.

Ein Jahr später. Der Zufall will es, dass Mutter zu Gast ist, wir
machen die Tour nach Andechs, danach Essen bei den Serben am Wörthsee. Spontaner Entschluss: Ein neuer Versuch, den Privatstrand einzunehmen. Mutter, Frau mit Kind, Vater, ungemein seriös, Mutter spricht breites Bayrisch, meldet den Einjährigen rhetorisch schon für den ersten Schwimmkurs an, den gebe es aber erst ab drei Jahren, erklärt der Herr mit der Badehose schon etwas kleinlaut; "Warst Du nicht mal bayerische Jugendmeisterin im Rückenschwimmen?", werfe ich ein, die Frau bescheiden: "Ach, das ist so lange her." Mutter: "Das wäre aber nett hier." Der Herr zieht ein zerknittertes Stück Papier aus einer Schublade. Es ist ein Aufnahmeantrag. Wir bekommen vorläufige Mitgliedsnummern und dürfen sofort einreisen.

Erst später verstehen wir, dass der Verein in München sitzt und man dort in fast allen Hallenbädern einfach so Mitglied werden kann. Aber wer geht schon ins Hallenbad.

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VfvS Sommerbad
Wörthseestr. 23
82229 Hechendorf
(Wörthsee-Paradieswinkel)
Wassertemperatur heute: 24 Grad
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jochen, 5. September 2004, 10:54
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