Mittwoch, 6. September 2006

[Tallinn: Food]

Restoran AED




Wir suchten im großen Weltorakel nach einem guten und angemessenen Ort, hier, in der estnischen Hauptstadt zu einem vernünftigen Preis lecker zu essen. Ungenannt bleiben wollende Ratgeber wiesen uns dann auf diesen Ort hin: Das Restoran AED in der teils schon recht nürnbergerisch-/rothenburg-ob-der-tauberhaft zugerichteten Altstadt von Tallin formerly known as Reval.

Gut, wir machten uns auf den Weg, fanden es auch nach kurzem – es tat recht zurückhaltend und unterspannt – doch leider war am freitagabend, wer hätt's gedacht, schon alles ausgebucht. Wir reservierten für den nächsten Tag und freuten uns, denn alles sah schon recht wohltuend geschmackvoll aus und die junge Bedienerin war angenehm zuvorkommend.

Am nächsten Abend kamen wir an, erfreuten uns an den unverputzt elegant gestalteten Wänden des uralten Gemäuers, dem feinen Glas und Besteck und Textil und Porzellan – bis unser Blick auf die Wände fiel: in goldenen Rahmen steckten Videoscreens, die in individuell-humanoider Blickregie das Gleiten über Exemplare der Kunstgeschichte bis in die jüngste Gegenwart hinein vorexerzierte. So etwas – planten wir sofort – so etwas wollten wir nun auch für unser gemeinsames Wohnzimmer haben!

Wir bestellten und die Freude dauerte an: Die Vorspeisen waren frisch und mit Gespür angerichtetet (und überleckeren Riesenrädern Bioziegenkäse), gleiches galt natürlich auch für Haupt- und Nachspeisen, die Weine waren gut ausgesuchte Biocuvées und der Kaffee zum Abschluss nicht minder special great.

Am Ende hatten wir für ein üppiges Mahl (3 Gänge, 2 Gläser Wein, 1 Espresso) 500 Estnische Kronen pro Person bezahlt - zu jener Zeit, im August 2006, etwa 36 Euro.

In Tateinheit mit der Überfreundlichkeit der jungen, semmelblonden estnischen Bedienerinnen und einem wohltuend diskret-geschmackvollen Publikum:

Eine absolute Empfehlung in jeder Hinsicht.



Restoran AED
Rataskaevu 8
Tallinn
Estonia

+372-626-9088

Täglich von 12 bis 23 Uhr
(Reservierung empfohlen!)



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hs, 6. September 2006, 14:44
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Donnerstag, 31. August 2006

[Salzburg: Drinking]

Das riesengroße Freude-Durcheinander

Ich war in Salzburg der Empfehlung des Taxifahres gefolgt. "Da göhns inan Stieglköller éßen und donn ins Hotel Stähn, in der obersten Etage hats a herrliche Bar mit dem bösten Ahsblick von ganz Solzbur".

Im Stieglkeller knallen einem ruppige Kellner ein beschämend kleines Wiener Schnitzel aus Schweinefleisch(!) auf dem Tisch. Fette amerikanische Touristen fressen Salzburger Nockerln am Nebentisch und das Stiegl Bier schmeckt grausig.

Im Hotel Stein gibt's tatsächlich eine schöne Bar, aber die Kellner laufen mit PDAs herum und schaffen es nicht, einen Singapore Sling an die Küche zu funken, der statt Gordon's Dry Gin den guten Tanqueray beinhaltet. Tschüs.

Irrst durch die Altstadt und fällst in die Bar "piccoloooh". Was für ein bekloppter Name. Denkst du. Das piccolooh ist die kleinste Bar der Welt. Maximal Platz für zehn Leute. Da sitzen zwei am Tresen. Ein wahnsinniger Grappa-Importeur und eine wahnsinnige Mathematikprofessorin. Und hinterm Tresen eine Frau, die sich die "flotte Lotte" nennt. Die flotte Lotte ist die wunderbarste Thekenfrau, die ich je schaute. Ihre Augen blitzen, ihr Gesicht leuchtet, sie zapft dir ein absolut fantastisches "Wieselburger" Pils, das in Sprudelizität und Süffisanz dem Augustiner Edelstoff ähnelt, und drei Minuten später bist du mit allen per du, erzählst der flotten Lotte dein Leben, sie erzählt dir ihres, und dann diskutierst du beim ersten Grappa deines Lebens der SCHMECKT mit den dreien über gleichschenklige und gleichseitige Dreiecke. Und dann wird es langsam voll. Es kommt ein Typ rein, der HAARGENAU aussieht wie Peter Praschl (Peter, hast du einen Bruder in Salzburg?) und dich zwanzig Minuten später umarmt mit den Worten, "i hob dös gefühl dass du an guda bist, woaßt". Die Biere kommen im Stechschritt angerauscht, du trinkst sie weg und bestellst den anderen wieder irgendwelche Grappas, irgendwann sind 20 Leute in dem Laden, in den nur zehn passen, die Musik wird schöner und schöner und schöner, du schaust sternhagelvoll und glücklich auf eine schwarze Tafel hinterm Tresen, auf der mit Kreide geschrieben steht: "Sommerhit: Picco-Spruuz € 3,10".

Wer Picco-Spruuz schreibt, kann kein schlechter Mensch sein. Ich danke der flotten Lotte für die sofortige Adoption, die sie mir zuteil werden ließ und ich gelobe, dass ich fortan hier einmal monatlich bis zur völligen Vergreisung, Verblödung und Idiotie zum Saufen vorbeikomme.

piccoloooh
Steingasse 10
A-5020 Salzburg
+43-664-5369370

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jochenausberlin, 31. August 2006, 11:53
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Dienstag, 29. August 2006

[Frankreich: Facilities]

Florac, Bédouès, Languedoc - Roussillon, Lozere (Gorge du Tarn)

Bedoues
Wenn die Sozioisobaren-Theorie zutrifft, dann werde ich campen bis die blonden Töchter Gefallen an coolen Burschen finden. Also die nächsten 10 Jahre. Dank eines freundlichen Hinweises Premiere in den Gorge du Tarn. Ein kleines Flüsschen, Gumpen, Felsen, Pappeln und Friede. Das mögen die Blondinen. Nicht weit: Menhire, Klettergärten und Wanderungen. Sehr kinderkompatibel alles.
Camping Chantemerle
au bord du Tarn
Barbara Chevallier et Emmanuel Turlais
La Pontèze
48400 Bédouès
Languedoc Roussillon, Lozere
+33 466 45 1966
fx +33 495 35 3394
m +33 673 8653 16
ausserhalb der Saison +33 4 9535 3394
chante-merle@wannadoo.fr
barbara.sisco@wanadoo.fr
http://monsite.wanadoo.fr/campingchantemerle/
GPS: N 44.20.712 W 003.36.646
WiFi vorhanden, wenn man's mag.
Die schönsten Plätze sind direkt am Fluss mit Morgensonne: 35, 38 (mit Wasser und Strom), und zurückgesetzt die 24 und 31.
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sknecht, 29. August 2006, 11:48
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Samstag, 12. August 2006

[Den Haag: Food]



In der hintersten Ecke des hinteren Hafens (es gibt deren zwo), am äußersten Rand des Statenkwartiers in der zauberhaften Stadt Den Haag befindet sich ein Kleinod namens Raar. Moderne, aber nicht antiseptische Einrichtung, eine kleine Hafenterasse mit zehn Tischen, die gemütliche Sitzbänke mit puscheligen Riesenkissen bereithält und so ausgerichtet ist, dass einem sommers von 17-21 Uhr aufs herrlichste die Abendsonne ins Gesicht plautzt.

Die Bedienung bringt als Vorspeise so schöne Dinge wie Terrine von zweierlei Lachs mit einer leicht wasabiierten Mayonnaise oder eine gepflegte Avocado mit frischen Krabben. Richtig los geht es dann mit den Hauptgerichten. Wir probierten Seewolf, in Spinat pochiert (grandios), ein Filet vom Red Snapper (noch grandioser) und zu guter Letzt ein gegrilltes Yellowfin-Thunfischfilet mit Palmherzen und sachter Kokos-Sauce. Der Thunfisch zerfällt beinahe von allein in bissfeste Happen und hat innen, so wie es in der heiligen Schrift steht, einen winzigen, rohen Kern. Fantastisch.

Alle Speisen werden in riesigen Terrinen gereicht, man kann also fröhlich umhermantschen und es stellt sich große Freude ein.

Die Weinkarte ist sauber zusammengestellt, doch die glasweise ausgeschenkten und günstigen Hausweine tun es mehr als gut.

Besonders erfreulich sind die Details: Eine blitzsaubere, nach allen Seiten einsehbare Küche. Engagierte Bedienung, die effizient und beinahe unsichtbar agiert und wie selbstverständlich auf Sonderwünsche eingeht. Und - wie gesagt - die Terasse mit bestem Hafenblick, fernab vom Trubel der vorderen Reihen.

Und danach geht man entweder Schwimmen oder 200 Meter weiter völlig versacken. Hier.

RAAR
Dr. Lelykade 33-37
NL-2583 Den Haag
+31-70-3389588
www.raar.nl
Obenansicht
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jochenausberlin, 12. August 2006, 14:59
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[Muenchen: Facilities]

Gutfeeling Recordstore - Freunde selbstgemachter Unterhaltung

Der XS-Laden ist schneller übersehen als gefunden, Espresso kostet legendäre 1 €.

Handverlesenes Angebot und jede Scheibe will man haben.
Reizende Website mit Musike und allerhand Pointern.


GUTFEELING RECORD STORE

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag, 13-20 Uhr

*located at reisinger/ecke maistr 80337 monaco:
*storefon:0049-89-51702483 storefax: 0049-89-51702482

* alle gutfeeling produkte/tonträger
* backupprogramme folgender labels:
trikont (münchen), echokammer (münchen), disko b (münchen), bodensatz (münchen), red can. rec.(münchen),
voodoo rhythm (swiss), little rec. (swiss), kitty yo (berlin),
hey rec. (berlin), kruzefix/agressive noise (münchen),
* produkte des club 2
* produkte aus dem hause payola/morr music/hausmusik
* erlesene second hand cds/lps
* cafegenuss

* postkarten des gutfeeling hausfotografen hagen keller

Sollte der Plattenhändler eures Vertrauens noch nie von uns gehört haben, dann macht ihn doch bitte auf seine
Wissenslücke aufmerksam. Gracie.

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sknecht, 12. Juni 2006, 09:57
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