In der
Kleinmarkthalle ist jeden Tag Wochenmarkt. Von außen nur ein unspektakuläres Gebäude im Legostil der Fünfziger, der Eingang etwas versteckt, aber drinnen! da tut sich die Welt auf. Ein niederländisches Freßstilleben im Großformat, ein Delikateßmuseum mit Kaufoption, was kann es besseres geben?
Die Kleinmarkthalle befindet sich seit den 1870er Jahren ungefähr an dieser Stelle. Nach dem Krieg, 1954, wurde der jetzige Bau eingeweiht und gehört seitdem zu den wirklich wichtigen, guten und schönen Dingen dieser Stadt.
Über dem Eingang Liebfrauenplatz stehen sie schon oben auf der Terasse, zu so ziemlich jeder Mittags- und Abendzeit, da nämlich kann man sich durch das Angebot des Weinhändlers
sauf probieren, und weil des Frankfurters Lieblingstätigkeit an sich der öffentliche Verzehr von Alkoholika ist, insbesondere Fruchtweinen aller Art, ist das natürlich ein gutes Zeichen, daß sie da oben stehen und probieren. Das muß man als Willkommensgruß so akzeptieren.

Drinnen zur rechten Hand eine etwas abgewrackte Boutique für Damen mittleren Alters, im Eingang der Kleinköter gehört dazu. Dann aber geht's los: Rechts die Metzgermeile, links die Marktstände. Erst Gemüse, dann Obst, dann die Spezialitäten, zum Schluß die Blumen und der Gartenbedarf. Hier kauft die Blumenliebhaberin ohne Auto, die nicht für ein paar Blummescherbe (so heißt der Topf hier) in irgendwelche Industriegebiete fahren will. Leute wie ich also.
An den Marktständen so ziemlich alles: Frischestes einheimisches oder seltsamstes ausländisches Gemüse und Obst, wahlweise bio, und die Menschen, die hier verkaufen, wissen auch, wie das alles zubereitet wird und beraten gern. Dann Fisch und Gewürze, persische Berberitze und Datteln, Powidl und Chutneys: die Spezialitätenstände befinden sich in der Mitte, um die Treppe herum, die in den ersten Stock führt, wo unter anderem eben der Weinhändler residiert. Unten, etwas nach der Treppe kommt ein Käsestand, da empfehle ich die Frischkäse, die zum Mittelgang hin stehen: ChiliMangoldKnobi, Gartenkräuter und mit Pinienkernen oder Preiselbeeren drin. Alles ganz frisch angerührt.

In Sachen Metzger bin ich Stammkunde beim Dey. Der hat prima Sauerkraut, das schmeckt schon anders als das Zeugs aus der Dose, und nach den Paprikawürstchen bin ich seit meiner Schulzeit süchtig. Die hatte ich immer auf dem Pausenhof dabei, und eine Klassenkameradin, die eigentlich Vegetarierin war, wurde beim Anblick meiner Wurst öfter schwach und stahl sich nen Biß.
Wenn wir dann hinten bitte bei den Blümchen vorbeigehen, da ist dann auch gleich der Ausgang. Draußen, rechter Hand und ganz wichtig, befindet sich der "Büchermarkt", da werden Restexemplare remittiert, Schwerpunkt auf Kunst- und Designsachen, aber auch zwei Tische Literatur und einiges englischsprachiges. Insgesamt also ein Komplettpaket für schöne Abende: Erst was ordentliches zu essen, dann was feines zu lesen.
Kleinmarkthalle Frankfurt
Hasengasse 5-7
60311 Frankfurt
Öffnungszeiten:
Mo- Fr. 7:30 Uhr - 18:00 Uhr
Sa 7:30 Uhr - 15:00 Uhr
http://www.kleinmarkthalle.de (mit Rezepten für Frankfurter Gerichte, das Grüne-Soße-Rezept taugt sogar was)
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andreaffm, 30. Dezember 2004, 13:51
am 31. Dezember, 15:58 kommentierte
juyooh:
Ich liebe die Kleinmakrthalle - und vermeide sie. Jedesmal, wenn ich rauskomme, schleppe ich viel zu viel und bin pleite.